Ostergarten - Bilder, Geschichten, Impulse zum Weiterdenken

Nachricht 25. März 2021

1. Jesu Einzug in Jerusalem (Markus 11, 1– 11)

A) Bibeltext 

Kurz vor Jerusalem kamen Jesus und seine Jünger nach Betfage und Betanien am Ölberg. Da schickte Jesus zwei seiner Jünger voraus und sagte zu ihnen: »Geht in das Dorf, das vor euch liegt. Gleich wenn ihr hineinkommt, findet ihr einen jungen Esel angebunden. Auf ihm ist noch nie ein Mensch geritten. Bindet ihn los und bringt ihn her. Und wenn euch jemand fragt: ›Was macht ihr da?‹, dann sagt: ›Der Herr braucht ihn, aber er wird ihn gleich wieder zurückschicken.‹« Die Jün-ger gingen in das Dorf und fanden den Esel. Er war an einem Hoftordraußen an der Straße ange-bunden. Sie machten ihn los. Einige der Leute, die dort standen, fragten sie: »Was macht ihr? Wa-rum bindet ihr den Esel los? «Die beiden Jünger antworteten genau so, wie Jesus es ihnen aufge-tragen hatte. Da ließen sie es zu. Sie brachten den jungen Esel zu Jesus und legten ihre Mäntel auf seinen Rücken. Jesus setzte sich darauf. Viele Leute breiteten ihre Mäntel auf der Straße aus. An-dere aber legten Zweige hin, die sie am Feldrand abschnitten. Die Leute, die vor Jesus hergingen und ihm folgten, riefen unablässig: »Hosianna! Gesegnet sei, wer im Namen des Herrn kommt! Gesegnet sei die Herrschaft unseres Vorfahren David, die jetzt neu beginnt. Hosianna in himmli-scher Höhe! «So zog Jesus in Jerusalem ein. 

B) Das Bild 

• Schauen Sie sich das Bild in Ruhe an. 

• Wie wirkt das Bild auf Sie? Gefällt es Ihnen? Oder spüren Sie Ablehnung? 

• Welche Elemente aus der Geschichte finden Sie wieder? Welche fehlen Ihnen? 

• Was hätten Sie als Künstler anders gemacht? Warum? 

 

C) Weiterführende Gedanken 

• Was sucht Jesus ihrer Meinung nach in Jerusalem? 

• Die Menschen warteten auf den Einzug eines Königs. Ein König auf einem Esel? Passt das zu-sammen? 

• Was erwarten die Menschen wohl von einem König, den sie so stürmisch begrüßen? 

• Wenn Sie einen Menschen so feierlich begrüßen würden, was würden Sie sich von ihm/ihr erhoffen? 

• Haben in Ihrer Vorstellung alle Menschen Jesus so freudig begrüßt? Warum vielleicht nicht? 

 

 

D) Gedanken zum Abschluss: 

Zu einem russischen Popen kam ein Besucher, der ihm wortreich beweisen wollte, dass es Gott nicht gibt und dass es sinnlos ist, an Gott zu glauben. Er schilderte das Elend und die Not in der Welt; er verwies auf die Gewalt und den Krieg, auf Krankheiten und Tod, auf Flüchtlingselend und Einsamkeit. „An einen Gott, der das alles zulässt, kann ich nicht glauben!“ sagte der Mann am Ende. Der Priester antwortet: „Das macht nichts! Gott glaubt an dich!“ Wir feiern am Sonntag, 28.03., den Palmsonntag. Die biblische Geschichte dazu berichtet von Jesu Einzug in Jerusalem. Die Menschen jubeln Jesus beim Einzug zu, sie rufen ‚Hosianna‘ und schwenken Palmzweige, um ihn als König und Messias zu begrüßen. Wir wissen, wie schnell die Jubelrufe in Hasstiraden umgeschlagen sind. „Kreuzige ihn!“ heißt es wenige Tage später. 

Der König, der da in Jerusalem einzieht, passt nicht in die Erwartungen der Menschen. Er kommt nicht hoch zu Ross, sondern auf einem Esel. Er kommt nicht, um zu herrschen, sondern um zu dienen. Er kommt nicht, um mit Macht und Gewalt zu regieren, sondern um zu leiden. 

In diesem Einzug Jesu in Jerusalem zeigt sich, dass Gott zu uns kommt, um uns zu dienen und für uns da zu sein. Er steht auf der Seite der Menschen, die krank und verzweifelt sind, die nach Hilfe und Gerechtigkeit schreien. Es mag sein, dass viele sich in diesen Tagen fragen: „Wo ist Gott? Wie kann er das zulassen?“ 

Zweifel und Verzweiflung schaffen sich in unseren Gedanken und Herzen Raum. Die Sorge um unsere Angehörigen und um uns selbst versuchen uns zu bestimmen. Da hinein hören wir die Geschichte vom Einzug Jesu in Jerusalem. Wir hören, dass Gott zu uns kommt in unser Leben, in unser Leid und unsere Sorge. Und da hinein klingen auch die Worte des Priesters aus der Geschichte oben an den Zweifelnden: „Gott glaubt an uns!"

2. Die Salbung in Bethanien (Johannes 12,1-8)

A) Bibeltext 

Sechs Tage vor dem Passafest kam Jesus wieder nach Betanien. Dort wohnte Lazarus, den er von den Toten auferweckt hatte. Zusammen mit seinen Schwestern veranstaltete er ein Fest-mahl für Jesus. Marta bewirtete die Gäste. Lazarus lag mit Jesus und den anderen zu Tisch. Da nahm Maria eine Flasche Salböl. Es war reines, kostbares Nardenöl. Damit salbte sie Jesus die Füße. Dann trocknete sie seine Füße mit ihren Haaren ab. Das ganze Haus wurde vom Duft des Salböls erfüllt. Da sagte einer von den Jüngern, Judas Iskariot, der Jesus später verriet: »Warum hat man dieses Salböl nicht für 300 Silberstücke verkauft und das Geld den Armen gegeben?« Das sagte er aber nicht etwa, weil es ihm um die Armen ging. Vielmehr war er ein Dieb. Er verwaltete die gemeinsame Kasse und schaffte Geld daraus beiseite. Doch Jesus erwi-derte: »Lass sie! Sie hat es aufbewahrt, um mich damit schon heute für mein Begräbnis zu sal-ben. Arme wird es immer bei euch geben. Aber mich habt ihr nicht für immer bei euch.«

B) Das Bild 

Schauen Sie sich das Bild in Ruhe an. 

Wie wirkt das Bild auf Sie? Gefällt es Ihnen? Oder spüren Sie Ablehnung? 

Welche Elemente aus der Geschichte finden Sie wieder? Welche fehlen Ihnen? 

Was hätten Sie als Künstler anders gemacht? Warum? 

C) Weiterführende Gedanken 

• Stellen Sie sich die Szenerie vor. Wer liegt mit Jesus zu Tisch? Wer sind diese anderen? 

• Ist Marta unter ihnen? Wenn nicht, warum eigentlich nicht? Ist sie nur Bedienung? 

• Würden Sie jemanden die Füße salben? Was für ein Mensch müsste das sein? 

• Was Maria macht ist unerhört. Sie drängt sich in eine Männerrunde. War das mutig oder unverschämt? 

• Was empfindet Maria in diesem Augenblick? 

• Falls Marta den Vorfall mitbekommen hat, was geht ihr wohl durch den Kopf? 

• Lassen wir einmal die Bemerkung beiseite, Judas sei ein Dieb. Hat er mit seinem Vorwurf nicht recht? 

• Hat dieses Ereignis Auswirkungen auf das Leben der Frau, die Maria genannt wird? 

 

 

D) Gedanken zum Abschluss: 

Eine Frau salbt Jesus die Füße. Und trocknet sie dann mit ihrem Haar. 

Eine sehr intime Geste. Für viele Menschen geradezu anstößig! Warum eigentlich? 

Über die Jahrhunderte hindurch hat man sich nichts dabei gedacht, Menschen zum Töten auszubilden. 

Sie zu trainieren, hart gegen sich und gegen andere zu sein. 

Aber Zärtlichkeit wurde verpönt. Einem anderen Menschen körperlich seine Zuneigung zu zeigen, war ein Skan-dal. Vor allem in der Öffentlichkeit. 

Aber wie sehr brauchen wir solche Nähe und Berührungen. Eine beruhigende Hand auf der Schulter, ein auf-munterndes Klopfen auf den Rücken, ein zärtliches Streicheln im Gesicht. Kleine Gesten, große Wirkung! 

In der jetzigen Situation sind solche Gesten schwierig geworden. Abstand halten ist ein Gebot der Liebe. 

Denken wir heute an all die Menschen, die in diesen Tagen krank sind oder allein oder getrennt von ihren Lie-ben. Es schmerzt, dass Krankenbesuche, Besuche in Pflegeheimen oder anderen diakonischen Einrichtungen gerade nicht erlaubt sind. Demente Menschen oder Menschen mit einer geistigen Einschränkung verstehen nur schwer, warum ihre Angehörigen gerade nicht kommen dürfen. Andere liegen auf den Isolierstationen der Krankenhäuser, sterben womöglich unbemerkt. 

Wenn all das vorüber ist, sollten wir uns Gedanken machen, was uns wirklich gefehlt hat. Und dafür sorgen, dass es uns nie wieder fehlen wird. 

Möge die göttliche heilende Kraft durch uns fließen – uns reinigen, stärken und heilen, uns erfüllen mit Liebe, heilender Wärme und Licht, uns schützen und führen auf unserem Weg. Zueinander. Miteinander. Füreinander. 

Mit allen Sinnen. Unverschämt.

3. Das letzte Abendmahl mit den Jüngern (Lukas 23,15-20)

A) Bibeltext 

Als die Stunde für das Passamahl gekommen war, legte sich Jesus mit den Aposteln zu Tisch. Jesus sagte zu ihnen: »Ich habe mich sehr danach gesehnt, dieses Passamahl mit euch zu es-sen, bevor mein Leiden beginnt. Das sage ich euch: Ich werde das Passamahl so lange nicht mehr essen, bis es im Reich Gottes in Vollendung gefeiert wird.« Dann nahm Jesus den Be-cher, dankte Gott und sagte: »Nehmt diesen Becher und teilt den Wein unter euch! Das sage ich euch: Ich werde von nun an keinen Wein mehr trinken –so lange, bis das Reich Gottes kommt.« Anschließend nahm er das Brot. Er dankte Gott, brach das Brot in Stücke, g ab es ihnen und sagte: »Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Tut das zur Erinnerung an mich.« Ebenso nahm Jesus nach dem Essen den Becher und sagte: »Dieser Becher steht für den neuen Bund, den Gott mit den Menschen schließt –durch mein Blut, das für euch vergos-sen wird.« 

B) Das Bild 

• Schauen Sie sich das Bild in Ruhe an. 

• Wie wirkt das Bild auf Sie? Gefällt es Ihnen? Oder spüren Sie Ablehnung? 

• Welche Elemente aus der Geschichte finden Sie wieder? Welche fehlen Ihnen? 

• Was hätten Sie als Künstler anders gemacht? Warum? 

 

C) Weiterführende Gedanken 

• Wenn Jesus mit den Aposteln zu Tisch liegt, wo sind die anderen Menschen, die mit ihnen mitgezogen sind? 

• Immer wieder wird und wurde in Zweifel gezogen, dass Jesus wirklich Jude war. Wie würden Sie nach dem Lesen des Textes dazu Stellung nehmen? 

• Nach evangelischem Verständnis werden vier Elemente bei der Feier des Abendmahls deutlich: Gemeinschaft-Vergewisserung der Sündenvergebung-Erinnerung an Jesus—Hoffnung. Was davon überwiegt bei Ihnen? 

• Jesus spricht vom „neuen Bund“. Welche Vorstellung haben Sie von diesem neuen Bund? 

 

 

D) Gedanken zum Abschluss: 

Durch Gottes Liebe wird aus dem „Du“ Gottes und meinem „Ich“ ein „Wir“. Ich lebe mein Leben –und weiß es doch umgriffen von der liebevollen Zuneigung Gottes, der mich auf mei-nen Wegen begleitet. 

Leider spüren wir das nicht immer so deutlich, wie wir es gerne hätten. Die dunklen Momente und verzweifelten Stunden eines Menschenlebens lassen sich nicht einfach wegreden. Zornige Fragen nach dem Sinn dessen, was man leidvoll erfahren musste, können kaum mit dem Deckmantel der göttlichen Liebe zudeckt werden. Oft bleibt in solchen Situationen nur die Bitte an Gott, doch seine Liebe erkennbar und erfahrbar zu machen – ja, sich endlich liebevoll und unaufhaltsam durchzusetzen. 

Unsere Welt ist noch nicht von der Liebe Gottes so durchdrungen, wie es seinem Wesen und Wollen entspricht. Aber wir vertrauen darauf, dass in Jesus Christus die Liebe Gottes selbst auf die Welt gekommen. Sein Leben und Sterben ist das feste Versprechen Gottes, dass er mit der Liebe ernstmachen will. 

Seine Auferstehung ist die Zusage Gottes, dass er mit der Liebe ernstmachen wird. Auch das also feiern wir, wenn wir das Abendmahl feiern: Dass Gottes Wesen von Liebe durchdrungen ist. Dass wir also wirklich und wahrhaftig einen liebenden Gott haben. Das Abendmahl ist ein Liebesmahl der Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch.

4. Jesu Gefangennahme (Matthäus 26, 47 –50)

A) Bibeltext 

Noch während Jesus das sagte, näherte sich ihm Judas, einer der Zwölf. Mit ihm kam eine große Truppe, die mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet war. Die führenden Priester und Ratsältestenhatten sie geschickt. Der Verräter hatte mit den Männern ein Erkennungszeichen ausgemacht: »Wem ich einen Kuss gebe, der ist es. Nehmt ihn fest!« Judas ging sofort auf Jesus zu. Er sagte: »Sei gegrüßt, Rabbi!«, und küsste ihn. Doch Jesus sagte zu ihm: »Mein Freund, dazu bist du also gekommen!« Da traten die Männer heran, packten Jesus und nah-men ihn fest. 

B) Das Bild 

• Schauen Sie sich das Bild in Ruhe an. 

• Wie wirkt das Bild auf Sie? Gefällt es Ihnen? Oder spüren Sie Ablehnung? 

• Welche Elemente aus der Geschichte finden Sie wieder? Welche fehlen Ihnen? 

• Was hätten Sie als Künstler anders gemacht? Warum? 

 

C) Weiterführende Gedanken 

• Ein ganzer Trupp, nur um einen einzigen Menschen zu verhaften? Was befürchten die „führenden Priester und Ratsältesten“? 

• Warum verrät Judas Jesus mit einem Kuss? Warum zeigt er nicht einfach auf Jesus und sagt: „Der ist es!“ 

• Was geht Judas in diesem Moment durch den Kopf? 

• Jesus spricht Judas mit „mein Freund“ an. Ist das zu glauben? 

• Welche Stimmung herrscht bei den Männern, die Jesus gefangen nehmen? 

• Kommen Ihnen andere „Verratsszenen“ in den Sinn? Unterscheiden sie sich vom Verrat des Judas? 

 

 

D) Gedanken zum Abschluss: 

Oh Judas, warum? Du hattest doch noch vor wenigen Stunden mit Jesus und den ande-ren — deinen Freunden — gemeinsam das Passamahl gefeiert. Waren es wirklich die 30 Silberlinge, die elende Gier, die uns Menschen dazu bringt, für Macht und Reichtum Moral und Anstand zu vergessen? 

Oder war es Verzweiflung? Wut darüber, dass Jesus sich einfach nicht als Messias outen wollte? Kein Herbeirufen von himmlischen Heerscharen, kein Umsturz der bestehenden Verhältnisse, kein Friede auf Erden, kein Jesus zur Rechten Gottes und die Apostel im göttlichen Glanze daneben, auf Zion in Jerusalem, der unendlichen Wohnstätte des Ewigen? Wolltest du Jesus, wolltest du Gott wirklich dazu zwingen? 

Du hattest deine Gründe. Wer weiß, vielleicht sogar gute? Aber die Folgen waren verhee-rend. Wie so oft wenn Menschen meinen, den Willen Gottes genau zu kennen und ihn durch ihre Hände erfüllen zu müssen. 

Trotz deines Verrates sagt Jesus „mein Freund“. 

Das gibt mir Hoffnung

5. Die Kreuzigung (Lukas 23,32-47)

 

A) Bibeltext 

Zusammen mit Jesus wurden auch zwei Verbrecher zur Hinrichtung geführt. 

So kamen sie zu der Stelle, die »Schädel« genannt wird. Dort kreuzigten sie Jesus und die beiden Verbrecher –den einen rechts, den anderen links von ihm.[ Aber Jesus sagte: »Vater, vergib ihnen. Denn sie wissen nicht, was sie tun.«] Die Soldaten verteilten seine Kleider und losten sie untereinander aus. Das Volk stand dabei und schaute zu. 

Die Mitglieder des jüdischen Rates verspotteten ihn. Sie sagten: »Andere hat er gerettet. Jetzt soll er sich selbst retten, wenn er der Christus ist, den Gott erwählt hat.« Auch die Soldaten trieben ihren Spott mit ihm. Sie gingen zu Jesus und reichten ihm Essig. Dabei sagten sie: »Wenn du der König der Juden bist, rette dich selbst!« Über Jesus war ein Schild angebracht: »Das ist der König der Juden. «Auch einer der Verbrecher, die mit ihm gekreuzigt worden waren, verspottete Jesus. Er sagte: »Bist du nicht der Christus? Dann rette doch dich und uns! «Aber der andere wies ihn zurecht: »Fürchtest du noch nicht einmal Gott? Dich hat doch dieselbe Strafe getroffen wie ihn! Wir werden zu Recht be-straft und bekommen, was wir verdient haben. Aber er hat nichts Unrechtes getan! «Und zu Jesus sagte er: »Jesus, denke an mich, wenn du in dein Reich kommst. «Jesus antwor-tete: »Amen, das sage ich dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein!« 

Es war schon um die sechste Stunde, da breitete sich im ganzen Land Finsternis aus. Das dauerte bis zur neunten Stunde –so lange hatte die Sonne aufgehört zu scheinen. Dann zerriss der Vorhang im Tempel mitten durch. Und Jesus schrie laut: »Vater, ich lege mein Leben in deine Hand. «Nach diesen Worten starb er. Der römische Hauptmann sah ge-nau, was geschah. Da lobte er Gott und sagte: »Dieser Mensch war wirklich ein Gerech-ter 

B) Das Bild 

• Schauen Sie sich das Bild in Ruhe an. 

• Wie wirkt das Bild auf Sie? Gefällt es Ihnen? Oder spüren Sie Ablehnung? 

• Welche Elemente aus der Geschichte finden Sie wieder? Welche fehlen Ihnen? 

• Was hätten Sie als Künstler anders gemacht? Warum? 

 

 

C) Weiterführende Gedanken 

• Zwei Verbrecher werden mit Jesus zur Hinrichtung geführt. Wie stehen Sie zur Todesstrafe? 

• „Dort kreuzigten Sie Jesus…“ . Kurz und knapp wird berichtet. Was empfinden Sie beim Lesen oder hören dieser Worte? 

• Nach „getaner Arbeit“ setzen sich die Soldaten und spielen um die Kleidung der Verurteilten. Was sagt das über die Soldaten aus? 

• Was bringt Menschen dazu, andere in ihrem Leiden auch noch zu verspotten? 

• Welche Motivation hat der eine Verbrecher, Jesus zu verteidigen? 

• Könnten Sie sich vorstellen, über einen Menschen zu sagen „Der oder die war einer Gerechter/ eine Gerechte?“ 

 

D) Gedanken zum Abschluss: 

Für uns unverständlich: die Leute kommen zusammen, um sich eine Kreuzigung anzu-schauen. Wirklich? Oder ist es nicht vielmehr so: die Kreuzigung als inszeniertes Spektakel – nicht nur zur Abschreckung, sondern (oder vielleicht auch: dadurch) zur Volksbelus-tigung! Eine große Volksmenge zieht aus Jerusalem hinaus vor die Tore der Stadt auf den Hügel Golgatha, wo unter dem Jubel der Leute die Hinrichtung dreier Verbrecher nach allen Regeln der sadistischen Kunst zelebriert wird: Jesus und zwei zelotische Aufrührer, die die römische Besatzungsmacht loswerden wollen. 

Mal ehrlich: würden heute nicht die Handykameras gezückt, wenn ein solches Spektakel möglich wäre? Und im Fernsehen? Die Einschaltquoten würden durch die Decke gehen! Telefongewinnspiel: Erraten Sie die richtige Reihenfolge des Sterbens der Verurteilten und gewinnen Sie einen Neuwagen! 

 

Holz auf Jesu Schulter, von der Welt verflucht.
Ward zum Baum des Lebens und bringt gute Frucht.
Kyrie eleison, sieh wohin wir gehn.
Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

Wollen wir Gott bitten, dass auf unsrer Fahrt
Friede unsre Herzen und die Welt bewahrt.
Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn.
Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

Denn die Erde klagt uns an bei Tag und Nacht.
Doch der Himmel sagt uns: Alles ist vollbracht.
Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn.
Ruf uns aus den Toten, lass uns auf-erstehn.

Wollen wir Gott loben, leben aus dem Licht.
Streng ist seine Güte, gnädig sein Gericht.
Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn.
Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

Denn die Erde jagt uns auf den Abgrund zu.
Doch der Himmel fragt uns: Warum zweifelst du?
Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn.
Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn. 

Hart auf deiner Schulter, lag das Kreuz, o Herr,
Ward zum Baum des Lebens, ist von Früchten schwer.
Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn.
Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

6. Die Auferstehung (Markus 16, 1-8)

A) Bibeltext 

Als der Sabbat vorbei war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus, und Salome wohlriechende Öle. Sie wollten die Totensalbung vornehmen. Ganz früh am ersten Wochentag kamen sie zum Grab. Die Sonne ging gerade auf. Unterwegs fragten sie sich: »Wer kann uns den Stein vom Grabeingang wegrollen?« Doch als sie zum Grab aufblickten, sahen sie, dass der große, schwere Stein schon weggerollt war. Sie gingen in die Grabkammer hinein. Dort sahen sie einen jungen Mann. Er saß auf der rechten Seite und trug ein weißes Gewand. Die Frauen erschraken sehr. Aber er sagte zu ihnen: »Ihr braucht nicht zu erschrecken! Ihr sucht Jesus aus Nazaret, der gekreuzigt wurde. Gott hat ihn von den Toten auferweckt, er ist nicht hier. Seht: Hier ist die Stelle, wo sie ihn hinge-legt hatten. Macht euch auf! Sagt seinen Jüngern, besonders Petrus: Jesus geht euch nach Galiläa voraus. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.« 

B) Das Bild 

Schauen Sie sich das Bild in Ruhe an. 

Wie wirkt das Bild auf Sie? Gefällt es Ihnen? Oder spüren sie Ablehnung? 

Welche Elemente aus der Geschichte finden Sie wieder? Welche fehlen Ihnen? 

Was hätten Sie als Künstler anders gemacht? Warum? 

C) Weiterführende Gedanken 

• Drei Frauen gehen zum Grab. Wo sind die Männer, die Jünger? 

• Mit welcher Haltung gehen die Frauen zum Grab? Was fühlen sie? 

• Stellen Sie sich vor, Sie stünden am offenen Grab, der Stein ist weggerollt. Ihr erster Gedanke? 

• „Gott hat ihn auferweckt“. Aber heißt es nicht „Auferstehung“? Spüren Sie einen Unterschied in der Wortwahl? 

• Wer sind die ersten Meschen, die von der Auferstehung erfahren? 

• Was bedeutet für Sie die Auferstehung? 

 

 

D) Gedanken zum Abschluss: 

Sie fragen mich nach der auferstehung sicher sicher gehört hab ich davon dass ein mensch dem tod nicht mehr entgegenrast dass der tod hinter einem sein kann weil vor einem die liebe ist dass die angst hinter einem sein kann die angst verlassen zu bleiben weil man selber - gehört hab ich davon so ganz wird dass nichts da ist das fortgehen könnte für immer ach fragt nicht nach der auferstehung ein Märchen aus uralten zeiten das kommt dir schnell aus dem sinn ich höre denen zu die mich austrocknen und klein machen ich richte mich ein auf die langsame gewöhnung ans todsein 

in der geheizten wohnung den großen stein vor der tür Ach frag du mich nach der auferstehung ach hör nicht auf mich zu fragen 

Dorothee Sölle 

 

Das könnte manchen herren so passen wenn mit dem tode alles beglichen die herrschaft der herren die knechtschaft der knechte bestätigt wäre für immer das könnte manchen herren so passen wenn sie in ewigkeit herren blieben im teuren privatgrab und ihre knechte knechte in billigen reihengräbern aber es kommt eine auferstehung die anders ganz anders wird als wir dachten es kommt ein auferstehung die ist der aufstand gottes gegen die herren und gegen den herrn aller herren: den Tod. 

Kurt Marti