Die Ökumenische Hospizgruppe Wallenhorst wächst weiter

Nachricht 15. Mai 2026

Vieles ist in Bewegung gekommen

Die Ökumenische Hospizgruppe wächst weiter

Seit dem 1. Februar darf ich als Koordinatorin und Geschäftsführerin für die Ökumenische Hospizgruppe Wallenhorst gGmbH tätig sein. Seitdem ist vieles in Bewegung gekommen – manches sichtbar, vieles eher im Hintergrund: In Gesprächen, in Planungen, im Aufbau verlässlicher Strukturen und in der Vernetzung mit anderen Einrichtungen.

Wichtig ist mir dabei von Anfang an: Wir beginnen nicht bei null. Die Hospizgruppe Wallenhorst steht auf einem Fundament, das über dreißig Jahre durch großes ehrenamtliches Engagement gewachsen ist. Menschen haben Zeit, Aufmerksamkeit, Erfahrung und Herz eingebracht, damit Sterbende und ihre Zugehörigen nicht allein bleiben.

Ganz besonders gilt das für die bereits tätigen ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter. Sie besuchen Menschen, hören zu, halten mit aus, schweigen, wenn Worte fehlen, und bleiben da, wenn Situationen schwer werden. Diese Arbeit geschieht oft leise und ohne großes Aufsehen und sie ist von unschätzbarem Wert. Die ehrenamtlich Mitarbeitenden schenken Zeit, Nähe und menschliche Zuwendung – und genau darin liegt die besondere Kraft der Hospizarbeit.

Auch die bisherigen ehrenamtlichen Koordinatorinnen haben diese Arbeit mit viel Verlässlichkeit getragen. Vieles von dem, woran ich heute weiterarbeite, ist durch ihr Engagement bereits vorbereitet und gewachsen. Daran knüpfen wir nun ausdrücklich an.

Die neue hauptamtliche Koordination bedeutet deshalb keinen Bruch mit dem, was war. Sie ist ein nächster Schritt: Was bisher mit großem ehrenamtlichem Einsatz geleistet wurde, kann nun mit mehr Zeit, größerer Regelmäßigkeit und zusätzlicher Verbindlichkeit weitergeführt werden. Netzwerke können erneuert, vertieft und ausgebaut werden. Die Hospizgruppe kann sichtbarer werden, damit Menschen in Wallenhorst noch besser wissen: Es gibt dieses Angebot. Niemand muss den letzten Weg allein gehen.

Die Gründung der Ökumenischen Hospizgruppe Wallenhorst gGmbH am 13. Januar 2026 hat an manchen Stellen Fragen oder auch Skepsis ausgelöst. Das ist verständlich. Hospizarbeit lebt von Nähe, Vertrauen, Menschlichkeit und ehrenamtlichem Engagement. Da kann eine gemeinnützige Gesellschaft zunächst nach Verwaltung oder Bürokratie klingen.

Tatsächlich soll die gGmbH genau das Gegenteil ermöglichen: Sie schafft einen verlässlichen Rahmen für eine Arbeit, die viel Verantwortung trägt. Es braucht klare Zuständigkeiten, sichere Kontostrukturen, transparente Abläufe, gute Dokumentation und eine tragfähige Grundlage für Förderung, Spenden und Kooperationen. Die gGmbH ersetzt nicht das Ehrenamt, sondern ganz im Gegenteil: Sie soll es schützen, stärken und langfristig ermöglichen.

Seit Februar ist dafür schon vieles angestoßen worden. Das Büro wurde gestrichen und eingerichtet. Es gibt eine eigene Webseite und Mailadresse, neue Flyer, Kontostrukturen, Begleitdokumente und weitere organisatorische Grundlagen. Auch am Leitbild der Hospizgruppe wurde gearbeitet; es ist inzwischen auf unserer Website veröffentlicht.

Ein großer Schwerpunkt liegt in der Vernetzung. Kontakte zu Pflegeeinrichtungen, Ärztinnen und Ärzten, Palliativversorgung und anderen Beteiligten gab es durch die bisherige Arbeit bereits. Diese bestehenden Verbindungen nehme ich auf, pflege sie weiter und baue sie mit der mir nun zur Verfügung stehenden Zeit aus. So wurden Kontakte zu allen Pflegeeinrichtungen in Wallenhorst aufgenommen oder erneuert. Teilweise konnte ich die Hospizgruppe bereits in Teambesprechungen vorstellen. Auch zur Palliativstation, zur SAPV, zu Palliativmedizinerinnen und Palliativmedizinern sowie zu Hausärztinnen und Hausärzten wurden Kontakte vertieft oder neu belebt.

Denn gute Hospizarbeit gelingt dort besonders gut, wo Menschen voneinander wissen, miteinander sprechen und gemeinsam überlegen, was schwerkranken und sterbenden Menschen hilft. Wenn Pflegeeinrichtungen, Ärztinnen und Ärzte, Palliativversorgung, Angehörige und Hospizbegleitende gut zusammenwirken, entsteht ein Netz, das trägt.

Auch in der Öffentlichkeit war die Hospizgruppe bereits sichtbar: Beim Unternehmensfrühstück der Gemeinde Wallenhorst und bei einer Veranstaltung zum Thema Patientenverfügung, bei der ich unsere Arbeit vorstellen durfte. Solche Gelegenheiten sind wertvoll, weil sie zeigen: Sterben, Tod und Abschied gehören zum Leben. Sie brauchen Sprache, Wissen, Begleitung und einen Platz mitten in unserer Gemeinde.

Besonders erfreulich ist, dass neue zukünftige Ehrenamtliche gewonnen werden konnten und inzwischen ein neuer Qualifizierungskurs läuft. Wir bilden diese Menschen in der Hoffnung aus, dass künftig noch mehr Menschen in Wallenhorst von hospizlicher Begleitung erfahren und sie in Anspruch nehmen können. Es geht nicht um mehr Begleitungen um der Zahl willen, sondern dass möglichst niemand allein bleibt, der sich Begleitung wünscht.

Auch die nächsten Schritte zeichnen sich ab. Zwei Ehrenamtliche qualifizieren sich derzeit als Referentinnen für „Letzte Hilfe Kurse“. Ich selbst bin ebenfalls dafür ausgebildet. Ab Spätsommer oder Herbst möchten wir solche Kurse auch in Wallenhorst anbieten. Sie vermitteln Grundwissen und Orientierung für die Begleitung am Lebensende und möchten Mut machen, hinzusehen, dazubleiben und einfache Dinge zu tun, die helfen können.

Darüber hinaus sind Trauerangebote im Aufbau. Auch ein Spendenlauf unter dem Titel „Lauf fürs Leben“ ist angedacht. Die Idee dahinter: Menschen kommen in Bewegung für eine Arbeit, die dem Leben dient – gerade dort, wo es verletzlich, endlich und kostbar wird.

Unser Ziel als Hospizgruppe ist es, das Thema Sterben und Tod in Wallenhorst nicht zu verdrängen, sondern ihm einen würdigen Platz zu geben. Hospizarbeit bedeutet nicht, dem Tod das Schwere zu nehmen. Aber sie kann dazu beitragen, dass niemand diesen Weg allein gehen muss.

Wir begleiten Menschen zu Hause, in Pflegeeinrichtungen und dort, wo Unterstützung gebraucht wird. Dieses Angebot ist kostenfrei. Damit diese Arbeit auch in Zukunft verlässlich möglich bleibt, sind wir auf Spenden angewiesen. Jede Unterstützung hilft, Hospizarbeit in Wallenhorst weiter wachsen zu lassen.

Wer eine Begleitung wünscht, Fragen hat, sich für unsere Arbeit interessiert oder die Ökumenische Hospizgruppe Wallenhorst gGmbH unterstützen möchte, darf sich gerne bei uns melden.
Ich freue mich sehr darauf, Sabine Heiber.

Ökumenische Hospizgruppe Wallenhorst gGmbH
Kontakt: info@hospizgruppe-wallenhorst.de. Telefon: 05407-5004970
Spendenkonto: Volksbank Bramgau-Wittlage DE72 2659 0025 1852 1983 00