Ev.- luth. Andreasgemeinde Wallenhorst
 Ev.- luth. Andreasgemeinde Wallenhorst

16. Gruß aus der Andreasgemeinde

Liebe Gemeindemitglieder der Andreasgemeinde,

 

gibt es jetzt keinen Gruß aus der Andreasgemeinde mehr? Doch, den gibt’s noch. Diesmal allerdings ein paar Tage später. Obwohl ich schon darüber nachgedacht habe, wie lange es wohl angemessen ist, diesen Gruß weiterhin zu verschicken. Ich bin der Meinung, wir sollten das auf jeden Fall so lange tun, bis die Gruppen und Kreise sich wieder in gewohnter und bewährter Form treffen können. Wie sehen Sie, wie seht Ihr das? Haben Sie sich schon so an den Gruß gewöhnt, dass sie ihn am Freitag oder Samstag vermisst haben? Oder haben Sie es gar nicht gemerkt? Oder denken Sie eher, jetzt könnte es ruhig aufhören? Schreiben Sie mir gerne Ihre Meinung oder rufen Sie mich an. Vielleicht ist solch ein Gruß aus der Andreasgemeinde ja sogar etwas über Corona-Zeiten hinaus? Nicht unbedingt jede Woche, aber vielleicht monatlich oder vierteljährlich? Mir gehen da viele Gedanken durch den Kopf.

 

Doch nun möchte ich Ihnen den Grund nicht vorenthalten, weshalb dieser Gruß nicht in der letzten Woche bei Ihnen ankam: Ich war etwas aus der Zeit gefallen. Für vier Tage war ich abgetaucht oder besser gesagt hoch hinaufgestiegen. Mit einem Freund habe ich eine Bergtour in den Kitzbüheler Alpen unternommen, und es war eine wundervolle Zeit. Vier Tage einmal so gut wie nichts Aktuelles hören über Virus, Politik, Gesellschaft oder Sport. An manchen Tagen sind uns nur zwei oder drei Menschen unterwegs begegnet. An einem Abend bin ich nach einer langen Bergtour und dem Abendessen auf der Hütte sogar noch einmal aufgebrochen, um ein Netz für das Handy zu finden. 40 Minuten war ich unterwegs, bis ich wenigsten ganz schwachen Empfang hatte, weil ich meiner Frau versprochen hatte, mich an diesem Abend bei ihr zu melden. Vier Tage waren wir unterwegs, vom Erholungswert kam es mir wie zwei Wochen vor. Schneebedeckte Berggipfel, Sonnenschein und Wolken, blühende Bergwiesen mit Silberdisteln, Alpenveilchen, Enzian, Glockenblumen, Lilien und noch vielem mehr. Ziegen, Schafe, Kühe, Pferde, Murmeltiere, Adler … Wir haben geschaut und gestaunt und die Bilder in uns aufgesogen. Was für ein Glück. Welch ein Segen! All dies zu genießen und mit einem Freund zu teilen. Danke Gott!

 

Und am Sonntag durfte ich wieder Gottesdienst in der Andreaskirche feiern, und fast jeder der nun reduzierten Stühle war besetzt. Ich habe Menschen getroffen, die ich lange nicht gesehen habe und mich riesig gefreut. Ich habe daran gedacht, dass wir eigentlich am Samstag unser Gemeindefest feiern wollten. Schade, dass so vieles zur Zeit ausfallen muss. Trotzdem gibt es intensive Erlebnisse und Begegnungen, für dich ich dankbar bin und in denen ich auftanken kann. Die Bergtour, die Gottesdienste, Telefonate und Gespräche. Ja, vieles ist anders. Aber nicht alles ist schlechter. Ein Gottesdienstbesucher hat mir geschrieben: „Auch zu Coronazeiten lohnt es sich in den Gottesdienst zu gehen. Es ist einfach eine Zeit der Besinnung auf das Wesentliche. Wir haben diese Zeit sehr genossen.“ Dem kann ich nur zustimmen.

 

Ich grüße Sie herzlich. Seien Sie gesegnet

Ihr/Euer Martin Steinke 

15. Gruß aus der Andreasgemeinde

Liebe Mitchristen in der Andreasgemeinde,

 

heute war der letzte Vor-Konfirmandenunterricht. Normalerweise sage ich an dieser Stelle zu den Jugendlichen immer: „So, ab heute seid ihr die „Großen“. Ihr seid jetzt die Haupt-Konfirmanden im Hause.“

In diesem Jahr stimmt das leider nicht ganz. Aus Gründen, die die Corona-Krise mit sich brachte, mussten wir leider die Konfirmationstermine von Anfang Mai auf Ende September verschieben. Und so gibt es also zusätzlich eine Gruppe der „alten“ Haupt-Konfirmanden, die noch ein paar Stunden Unterricht erhalten und ungeduldig auf ihre Konfirmation warten.

Es gab viele unterschiedliche Vorschläge, wie mit den Konfirmationen zu verfahren sei. Sogar Video-Konfirmationen waren im Gespräch. Ich selbst bin da sehr altmodisch. Für mich muss eine Konfirmation gebührend gefeiert werden. Eine Kirchengemeine muss alles, was möglich ist, auffahren, um das Fest der Konfirmation so feierlich wie möglich begehen zu können. Die Jugendlichen müssen das Gefühl bekommen, erwünscht in der Gemeinde zu sein, und die Freude der Gemeindeglieder darüber spüren können, dass sich junge Menschen entschlossen haben, in der Öffentlichkeit ihre Bereitschaft zu zeigen, im Glauben zu wachsen und zu leben.

Neben der Einsegnung und dem gemeinsamen Abendmahl ist für mich der berührendste Moment während der Feier der Konfirmation, wenn ich den Mitarbeitenden und den Eltern und Paten danken darf. In der heutigen Zeit ist es nicht mehr selbstverständlich, dass Eltern sich die Mühe machen, ihre Kinder zum Konfirmandenunterricht anzumelden und sie durch diese manchmal schwierige Zeit hindurch zu begleiten. Und die ehrenamtliche Mitarbeit in einer Kirchengemeinde bringt für unsre jungen Mitarbeitenden oftmals keine „Ehre“ bei anderen ein, sondern unverständliches Nachfragen: “Wie, du machst bei der Kirche mit?“

„Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“, so lautet ein bekanntes afrikanisches Sprichwort. Das gilt natürlich auch für die Kirchengemeinde: „Um einen Jugendlichen konfirmieren zu können, braucht es die ganze Gemeinde.“  Es ist eben nicht nur die Aufgabe eines Pastors, einer Pastorin oder eines Diakons oder einer Diakonin. Die ganze Gemeinde ist aufgefordert und eingeladen, junge Menschen auf dem Weg zum verantwortlichen Christsein zu begleiten, sei es durch aktive Mitarbeit, durch Spenden, durch Vorleben oder durch unterstützendes Gebet.

Auch wenn Corona viel durcheinanderwirbelt im Moment, hoffe ich, dass wir in der Andreasgemeinde es immer wieder schaffen, diese Aufgabe gemeinsam anzugehen und dafür zu sorgen, dass unsere Kirche ein Ort ist, an dem sich Jugendliche gerne aufhalten und Freude daran haben, die ersten Schritte im selbstverantwortlichen Christsein zu machen.

Und natürlich sollen sich nicht nur die Jugendlichen wohlfühlen. Wenn Sie, liebe Mitchristen, etwas auf dem Herzen haben oder uns einfach etwas mitteilen wollen oder uns einfach nur einen Gruß zukommen lassen wollen, nur zu! Pastor Martin Steinke und ich hören gerne von Ihnen, per Telefon oder Mail oder in einem privaten Gespräch:

Pastor Martin Steinke (Vakanzvertreter)
Tel.: 0151-56344225
E-Mail: martin.steinke@evlka.de

Diakon Udo Ferle
Tel.: 05407 - 822101
E-Mail: Diakon@andreas-wallenhorst.de

Bleiben Sie behütet!

Udo Ferle, Diakon

14. Gruß aus der Andreasgemeinde

Liebe Gemeindemitglieder der Andreasgemeinde,

 

jetzt feiern wir wieder Gottesdienst! Zwei Sonntags-Gottesdienste und einen Taufgottesdienst am Samstag haben wir bereits gefeiert. Und ich kann sagen, dass es besser ging, als ich erwartet hatte. Rückblickend denke ich, das war genau richtig, dass wir unseren ersten Gottesdienst am Pfingstsonntag unter dem Motto „Du führst uns hinaus ins Weite!“ mit einem Fest im Garten hinter der Kirche gefeiert haben. Ja, das war ein Fest für mich. Wir haben die Sonne gespürt, den Wind gefühlt und hinter der Maske die Luft gerochen und den Atem gespürt. Gottes Geist hat geweht. Er hat uns verbunden zu seiner Gemeinde. Gottes Geist führt nämlich in die Weite, und er führt zusammen. Er ist ein Geist der Gemeinschaft. In vielen Augen habe ich ein Strahlen entdeckt, als die Mitfeiernden sich auf den Heimweg machten. Ich habe deutlich ‚gesehen‘, wie sie gelächelt haben - hinter ihrer Maske.

Der Pfingstgottesdienst ist für mich Anlass zu großem Dank! So viele Menschen haben mit geplant und vorbereitet, haben Stühle geschleppt und dekoriert, die Sound-Anlage aufgebaut und Musik gemacht, Menschen in Empfang genommen, die Namen aufgenommen und den Weg zu den Plätzen geleitet, im Gottesdienst gelesen und gebetet und alles wieder abgebaut. DANKE, liebes Vorbereitungsteam, liebe Kirchenvorsteher/innen, liebe Jugendmitarbeiter/innen, DANKE allen haupt- und ehrenamtlichen Mitwirkenden! Im Anschluss an den Gottesdienst habe ich spontan gesagt: „Das können wir wieder machen! Wenn so viele Menschen mit Begeisterung dabei sind, ist das doch ein Klacks!“ Naja, ein Klacks war’s nicht, aber es hat hervorragend geklappt. Und jetzt nach zwei Wochen sage ich auch nicht mehr: „Das können wir jeden Sonntag machen!“, sondern eher: „Das können wir ruhig öfter machen!“

 

Gespannt war ich auf die ersten Gottesdienste in unserer Kirche. Die Abstands- und Hygieneregeln, vor allem das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes machen alles recht beschwerlich. Ich war angenehm überrascht, dass die Tauffamilie am Samstag und die Besucher am letzten Sonntag mehrheitlich gesagt haben: „Das war ein schöner Gottesdienst!“ Gefreut habe ich mich über die Rückmeldung eines Gemeindegliedes, das mich angerufen und mir gesagt hat: „Ich habe gestaunt, wie wohltuend der Gottesdienst war. So ruhig und zentriert. Das Singen hat mir nicht gefehlt! Ich fand das Sprechen der Texte der Gesangbuchlieder  zum Klavierspiel sehr gut.“ Mir fehlt das Singen schon. Aber auch in der Form, in der wir zur Zeit Gottesdienst feiern, spüre ich deutlich Gottes Geist am Wirken. Wir kommen zusammen, hören auf Gottes Wort, loben, danken, bitten und tanken auf. Das tut einfach gut!

 

Wie geht es Ihnen? Wie geht es Dir? Was erwarten Sie von der Andreasgemeinde, von uns? Was vermissen Sie? Was würden Sie sich wünschen? Ich freue mich über jede Rückmeldung! Auch wenn ich heute so positiv über den Start unserer Gottesdienste berichtet habe, so vermisse ich immer noch vieles. Vor allem die Begegnungen vor und nach dem Gottesdienst. Das gemeinsame Kaffeetrinken, die Gespräche, die Nähe. Und eins ist mir ganz wichtig: Wer sagt: „Ich komme noch nicht in die Gemeinde. Ich gehöre zur Risikogruppe oder bin mir noch unsicher. Ich kann einfach keine Maske über 30 Minuten tragen. Ich warte lieber noch!“, der macht auch das genau richtig! Jede/r entscheidet für sich. Es gibt viele gute Möglichkeiten, Gottesdienst im Radio, im Fernsehen oder im Internet mitzufeiern. Wo auch immer Sie das tun: Gott segne Sie und Euch! Bleibt behütet!

 

Ihr/Euer Martin Steinke 

Pastor in der Vakanzzeit

 

13. Gruß aus der Andreasgemeinde

Liebe Mitmenschen in der Andreasgemeinde, 

 

wie weit können Sie sich an Ihre Kindheit zurückerinnern? Ich bin in einem Dorf am Obermain in Oberfranken aufgewachsen, ziemlich genau in der Mitte zwischen der katholischen Bischofsstadt Bamberg und der protestantischen Kreisstadt Coburg. Der Teil des Dorfes, in dem ich groß geworden bin – heute würde man wahrscheinlich sagen „meine Community“ – liegt hinter den Bahngleisen der heutigen ICE-Strecke Nürnberg-Erfurt. Nicht nur die Bahngleise trennten damals die Ortsteile. Dort, wo ich herkomme, waren damals 80 % der Bewohner Flüchtlinge aus dem Osten, die nach dem Weltkrieg angesiedelt worden waren. Und dann waren diese Leute auch noch evangelisch. Während meine – wesentlich älteren - Cousins und Cousinen noch richtig harte Zeiten durchmachen mussten, Beleidigungen und Pöbeleien gingen ständig hin und her, und es auch schon mal zu Prügeleien mit der einheimischen Dorfjugend kam, hatte sich der ganze Ärger in meiner Kindheit und Jugend ziemlich gelegt. Aber hin und wieder kam es vor, wenn ich mich bei einem Schulfreund zum Spielen verabredet hatte, dass mich ein Großelternteil – die Großeltern waren meistens für die Beaufsichtigung der Kinder „abgestellt“ – fragte: „Wo kommst du denn her?“. Und wenn ich dann unseren Straßennamen sagte, kam immer mal wieder die Antwort: „Ach, bei den Flüchtlingen“. Natürlich gab es auch Frotzeleien, wenn wir im Religionsunterricht aufgeteilt wurden: „Da gehen die Ketzer“ oder „Jetzt aber raus zu Eurem Irrglauben“. Mein Bruder, vier Jahre älter als ich, besuchte den örtlichen Kindergarten, der von Ordensfrauen geleitet wurde. Er musste immer beim Beten sitzenbleiben, weil „die Evangelischen ja das Vaterunser nicht kennen“. Meine Mutter hat davon Abstand genommen, mich auch in diesen Kindergarten zu schicken.

Eine große Leidenschaft – damals wie heute – war und ist für mich das Lesen. Die Kinderbücher waren voll von Begriffen, wie „Mohren“ oder „Neger“, „Negerkönig“. Wie selbstverständlich spielten wir als Kinder Fangen unter dem Titel „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann“.

Eins meiner frühesten und eindrücklichsten Erlebnisse, die mir aus meiner Kindheit im Gedächtnis erhalten geblieben sind, bringt mich heute wechselweise zum Schmunzeln oder lässt tiefe Schamesröte über mein Gesicht ziehen. Ich muss vier Jahre alt gewesen sein. Jedenfalls durfte ich den Weg von meinem Elternhaus zu meinen Großeltern väterlicherseits alleine gehen, ca. 100 Meter auf dem Bürgersteig in Richtung Bahnhof. Und auf dem Weg dorthin kam mir ein farbiger US-Soldat entgegen. In Bamberg gab es eine große Kaserne und dieser Soldat hatte eine Freundin in unserer Straße. Ein großer Skandal, wie mir später erzählt wurde. Ich sah diesen dunkelhäutigen Menschen, drehte mich auf dem Absatz um und rannte so schnell ich nur konnte, zu meiner Mutter zurück. Ich warf mich in ihre Arme und schluchzte: “Mama, Mama, der schwarze Mann ist da. Er will mich holen“.

Jahre später, als ich begeistert Basketball spielte, habe ich mit vielen Menschen unterschiedlichster Hautfarbe zusammengespielt, als Mitspieler oder als Gegenspieler. Hautfarben spielen für mich keine Rolle mehr.

Ich habe zum Glück in meinem Leben nur wenig Benachteiligung erfahren müssen. Aber eins steht für mich fest: Wer Menschen nach ihrer Hautfarbe beurteilt, betritt den Weg des Bösen und der Sünde.  Für mich ist Gott ein Gott der Vielfalt. Wer den Gott der Vielfalt ehren will, der muss auch die Vielfalt seiner Schöpfung ehren. Das ganze Gerede von verschiedenen Rassen und vor allem von der unterschiedlichen Wertigkeit von Rassen ist Sünde in Reinformat.

Morgen feiern wir Trinitatis. Es ist nicht einfach, das Konzept eines dreieinigen Gottes zu erklären. Der wichtigste Gedanke daran für mich ist: Gott ist nicht ein monolithischer, starrer, unwandelbarer Gott. Schon der hebräische Gottesname „Jahwe“ deutet darauf hin. Aus meiner Sicht die schönste Übersetzung dafür lautet. „Ich bin, der ich sein werde“.  Gott ist für uns Menschen nicht vollständig zu erfassen. Und doch ist der Gott, so wie ich ihn heute verstehe, der gleiche, den andere Menschen zu anderen Zeiten ganz anders verstanden haben.  Und der Mensch, der ich bin, ist nur einer unter vielen Milliarden. Aber in einem sind wir alle gleich: Wir sind alle eins als Gottes wunderbare und geliebte Schöpfung.

 

Udo Ferle

Diakon

12. Gruß aus der Andreasgemeinde

Liebe Gemeindemitglieder der Andreasgemeinde,

 

„Wo Gottes Geist ist, da ist Freiheit!“, habe ich vor über drei Wochen schon mit Blick auf Pfingsten im Rundbrief geschrieben. Jetzt steht Pfingsten vor der Tür, und das wollen wir feiern! Das Team, das den Gottesdienst gemeinsam vorbereitet hat, freut sich schon sehr darauf. Wir sind gespannt, wieviele Menschen am Sonntag um 11.00 Uhr kommen werden. Da wir draußen im Garten hinter der Kirche feiern, haben wir bei allen einzuhaltenden Abstandsregeln wesentlich mehr Platz. Den Gottesdienst haben wir unter das Motto „Du führst uns hinaus ins Weite!“ (Psalm 18,20) gestellt. Eingeengt waren wir lange genug. Ich merke, wie ich mich nach Weite sehne. Wie gut mir die immer weitergehenden Lockerungen tun. Wieder in die Eisdiele gehen, sich an den Tisch setzen und mit genügend Abstand zu anderen Tischen genüsslich ein Eis essen. Herrlich! Dabei geht es bei dem Psalmwort „Du führst uns hinaus ins Weite!“ nicht um Konsum oder Genuss. Von Felsen des Todes, von Finsternis und Feinden, von Fluten des Verderbens ist da die Rede. Aber dann kippt die Stimmung. Der Beter wendet den Blick auf Gott: „Er führte mich hinaus ins Weite, er befreite mich, denn er hatte an mir Gefallen.“ Und ein paar Verse weiter heißt es: „Mit meinem Gott springe ich über Mauern!"

 

Es gibt Zeiten, da sehe ich nur die Mauern, nur die Enge! Da wird mir die Luft abgeschnürt. Pfingsten weht ein neuer Geist. Gottes Geist. Der weht kraftvoll und mächtig, voller Brausen. Der pustet vieles weg. Ob ich das spüre? Oder geht es mir eher so, wie den Menschen damals beim allerersten Pfingsttag? „Was will das werden?“, sprachen sie entsetzt und verwundert einer zum anderen. Ja, was wird werden? Wie wird’s weitergehen mit unserer Gemeinde im Sommer und danach? Haben wir uns schon zu sehr aus den Augen verloren? Ich traue dem Geist Gottes viel zu. Es wird sehr darauf ankommen, worauf wir schauen. Lasst uns auf Gott schauen und auf seinen Heiligen Geist. Lasst uns zu ihm rufen: „Puste auch durch mein Herz und durch mein Hirn!“ Und dann lasst uns aufstehen, einander in den Blick nehmen und Gottes Liebe zu den Menschen tragen. Die Starken mit den Schwachen gemeinsam. Wir alle zusammen sind Gottes Gemeinde. Da gibt es keinen, an dem Gott nicht Gefallen hätte. 

 

Frohe, gesegnete Pfingsten! Im Übrigen bin ich davon überzeugt, dass ein leckeres Eis und der Geist Gottes sehr gut zusammen passen. 

Bleibt behütet!

Ihr/Euer Martin Steinke 

Bild Privat

GEBET

 

Komm heiliger Geist
Und schau selbst nach dem Rechten.

In unserer ungerechten Welt.

Lass deinen Funken springen und sprenge mit ihm

All unsre Mauern

Die immer noch trennen

Ost und West und Nord und Süd und Schwarz und Weiß

Und Jung und Alt und Arm und Reich

Lass werden Gerechtigkeit.

 

Komm heiliger Geist 

Und heile unsere friedlose Welt.

Stifte sie an zu neuer Nähe.

Mach unsere krummen Seelen gerade.

Schenk ihnen ihre

Ruhe nicht

Damit sie nicht aufhören zu suchen

Sich selbst und die Schwester und den Bruder

Und dich dreieiniger Gott

Und langsam lass wachsen Frieden.

 

Komm heiliger Geist

Und blase die alten Gedanken aus unserem vertrockneten Denken.

Reiß uns aus unserer sicheren Spur.

Treib uns an zu ganz neuem Handeln.

Gib uns neue Gedanken neue Worte neue Taten.

Mach uns neu und mit uns deine ganze Schöpfung.

11. Gruß aus der Andreasgemeinde

Foto Privat

Liebe Mitmenschen in der Andreasgemeinde, 

eigentlich hätte diese Fahne am letzten Sonntag an unserem Kirchturm hängen sollen. Und wenn alles wie geplant verlaufen wäre, hätten wir Konfirmation gefeiert.

Sie merken schon: Hätte, wäre… - In Corona-Zeiten ist eben vieles anders. Auf einen Gottesdienst mussten wir nun schon seit Wochen verzichten. Hat ihnen das gefehlt?

Ich bin überrascht, wie häufig mir Gemeindeglieder auf diese Frage antworten: „Ach, ich habe entdeckt, wie interessant manche Gottesdienste auch im Fernsehen sind. Und Ihre Online-Artikel sind ja auch immer schön.“  

Müssen wir jetzt befürchten, dass die Menschen noch mehr vom Gottesdienst entfremdet werden als bisher? So richtig zu fehlen scheint er ja nur wenigen. Aber vielleicht ist das auch gut so, dass wir scheinbar Selbstverständliches auch einmal hinterfragen. Gottesdienstbesuch als Routine ist zur Ruhe gekommen. Nun dürfen wir uns überlegen und uns etwas einfallen lassen, wie wir Gottesdienst wieder zu einer Herzensangelegenheit machen können. Mir scheint es manchmal, als wäre durch die Corona-Krise etwas angestoßen worden, was wir schon längst in Angriff hätten nehmen müssen. Plötzlich entstehen viele gute Ideen abseits der ausgetretenen Pfade. Menschen nehmen Kirche ganz anders wahr als bisher. Kirche war und ist eben immer mehr als nur der Sonntagsgottesdienst. Ich hoffe, all die guten Ideen und Aktionen können auch in die „Nach-Corona-Zeit“ weitergeführt werden. Das könnte sehr spannend und belebend werden.

Nun freue ich mich aber schon sehr auf den ersten Gottesdienst in der Andreasgemeinde. An Pfingsten um 11.00 Uhr soll es losgehen. Wenn das Wetter mitspielt, werden wir uns hinter der Kirche im Garten versammeln. Eigentlich kann es ja gar keinen besseren Zeitpunkt geben. An Pfingsten fassen die verängstigten Jünger und Jüngerinnen Mut und tragen – von Gottes mutmachendem Geist motiviert – trotz aller Ängste und Bedenken ihre Glauben nach außen, hinein in die Welt. Menschen, die sich vom Geist Gottes angehaucht fühlen, können Erstaunliches vollbringen. Vielleicht können wir ein wenig davon in unserem Gottesdienst erleben. Natürlich werden wir alle Auflagen einhalten, aber unter freiem Himmel bei strahlendem Sonnenschein werden die Gesichtsmasken kaum ins Gewicht fallen. Und wenn wir die Abstandsregeln einhalten, dann werden wohl auch einige persönliche Gespräche nach dem Gottesdienst möglich sein. 

Ich würde mich sehr freuen, Ihnen, wenn schon nicht ins Gesicht, so doch in die Augen blicken zu können, und nicht nur Stimmen am Telefon zu hören.

 

Bleiben Sie alle gesund und behütet!

 

Udo Ferle

Diakon

10. Gruß aus der Andreasgemeinde

Liebe Mitmenschen in der Andreasgemeinde,

Lokale öffnen, Menschen aus zwei verschiedenen Haushalten dürfen zusammenkommen und - ganz wichtig in Deutschland – wir können wieder Fußball schauen. Alles nur noch halb so schlimm, oder?

Ich freue mich über alle Lockerungen sehr, bin mir aber auch im Klaren darüber, dass diese Erleichterungen durchaus mit einem Risiko verbunden sind. Mittlerweile habe ich Übung darin, mit Mundschutz einzukaufen, aber gewöhnen werde ich mich nicht daran. Aber der Sinn dieser Maßnahme ist mir völlig klar. 

Wofür mir völlig das Verständnis fehlt, sind die Fernsehbilder der „Anti-Corona-Demonstrationen“, die über die heimische Mattscheibe flimmern. Da kommen tausende wütende Menschen auf engstem Raum zusammen und jubeln Menschen zu, die die unterschiedlichsten und wildesten Theorien verbreiten. Da wird davon fabuliert, dass Bill Gates das Virus in Umlauf gebracht hat, damit eine weltweite Impfpflicht eingeführt werden kann. Außerdem soll auf seinem Wunsch hin allen Menschen ein Mikrochip eingepflanzt werden, um sie besser kontrollieren zu können. Andere befürchten, die Nachrichten über Corona seien alle gefälscht, damit unsere Regierung alle Bürger- und Menschenrechte einschränken könne. Man kann gar nicht so viel Quatsch aufzählen, wie im Umlauf ist.

Natürlich sind diese Menschen nicht alle Spinner. Gerade bei den Grundrechten sollte man lieber zwei- oder dreimal hinschauen, bevor man Einschränkungen hinnimmt. Aber vieles, was auf diesen Demonstrationen verbreitet wird, ist schlicht und einfach Lüge und grenzt an üble Nachrede. 

Sogar unsere Andrea lässt das nicht kalt. Sie sitzt im Kirchraum und wer genau hinschaut, kann erkennen, wie ihre Meinung zu dem Thema ist. Auf wilde Verschwörungstheorien kann man nur so reagieren: Nichts sagen, nichts hören, nichts sehen.

Aber vielleicht ist das ja die falsche Haltung. Besser wäre es, wir würden unsere Stimmen erheben, wenn wir mit solchen kruden Ideen konfrontiert werden. Eben nicht alles stehen lassen, nicht zu allem schweigen, was an seltsamen Ideen vorgetragen wird.

„Du sollst nicht falsches Zeugnis reden wider deinen Nächsten“, heißt es im 8. Gebot. Ein Weghören, Wegschauen, Nichts-Sagen hilft nicht weiter. Meinungsfreiheit bedeutet nicht, bedenkenlos Lügen und Falschinformationen verbreiten zu dürfen. „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ sagt Jesus. Wir Christen sind der Wahrheit verpflichtet. Wir müssen uns schon die Mühe machen, alles, was wir sagen und weitergeben, auf Wahrheit und Plausibilität zu prüfen. „Nicht was zum Munde hineingeht verunreinigt den Menschen, sondern was zu seinem Munde hinausgeht, verunreinigt ihn. Denn was zum Munde hinausgeht, das kommt vom Herzen. Und aus dem Herzen kommt nicht nur Gutes, auch, was böse ist, kommt vom Herzen“. Auch dieser Spruch von Jesus sollte in heutigen Zeiten mehr Beachtung finden. Also, machen wir den Mund auf, wenn jemand uns Blödsinn als Wahrheit verkaufen will.

Wenn Sie Lust haben zum Reden und Diskutieren, dann rufen Sie einfach an. Ich bin gespannt, wie Sie dieses Thema erleben .

Bleiben Sie behütet und lassen Sie es sich gut gehen. 

Udo Ferle

Diakon der Andreasgemeinde

Telefon (0) 5407 822-101

9. Gruß aus der Andreasgemeinde

 

Liebe Gemeindemitglieder der Andreasgemeinde,

 

es reicht langsam! Wie freue ich mich auf die Zeit, in der ich um 20.00 Uhr Tagesschau gucken und ziemlich sicher sein kann, dass im Anschluss keine Corona-Sondersendung mehr nötig ist. Vielleicht sind wir ja bereits auf einem guten Weg in diese Richtung? Ein kleines Aufatmen geht bereits durchs Land. Waren Sie schon beim Friseur? Ab Montag können Sie sogar wieder essen gehen. Dann darf die Gastronomie wieder öffnen. Mit den geplanten Lockerungen scheint Niedersachsen gerade Vorreiter zu sein. 

 

Was hindert’s also, so schnell wie möglich auch wieder Gottesdienst zu feiern? 

Möglich wäre das ab nächsten Sonntag, und einige Gemeinden werden es auch tun. Am Montagabend hatten wir eine Kirchenvorstandssitzung (wieder in Form einer Telefonkonferenz) zu genau diesem Thema: Ab wann und in welcher Form können wir uns in der Andreasgemeinde vorstellen, mit Gottesdiensten zu starten? Kurz vorher war aus dem Landeskirchenamt in Hannover eine „Handlungsempfehlung für Gottesdienste unter Beachtung von Abstands- und Hygieneregeln“ mit 12 Seiten voller Bedingungen und Auflagen gekommen. Die einschneidendsten Einschränkungen sind neben striktem Abstandhalten und Desinfizieren diese beiden Regeln: Tragen von Mund-Nasen-Schutz und Verzicht auf Gemeindegesang. 

Es war keine leichte Entscheidung, die der Kirchenvorstand zu treffen hatte, und die Aussage „Ich bin hin- und hergerissen!“, die häufig fiel, bringt die Diskussion am besten auf den Punkt. Viele Gedanken und Fragen haben uns bewegt: 'Kann ich mir vorstellen, unter den gegebenen Auflagen wirklich fröhlich Gottesdienst zu feiern?' - 'Gottesdienst ohne Singen ist für mich kein richtiger Gottesdienst!' -  'Sollen wir nicht lieber warten, bis wir wieder freier Gottesdienst feiern können?' Einig waren wir uns darin, dass ein 'So schnell wie möglich' nicht oberste Prämisse sein kann. 

 

Was ist das Ergebnis der Überlegungen im Kirchenvorstand?

Der erste Gottesdienst, den wir in der Andreasgemeinde wieder feiern wollen, soll der Pfingstsonntag, 31.5.2020, um 11.00 Uhr sein. Falls das Wetter mitspielt, können wir uns gut vorstellen, diesen Gottesdienst draußen hinter der Kirche zu feiern. Bedingung ist natürlich, dass es bei den Lockerungen bleibt und die Vorgaben sich nicht noch einmal verschärfen. 

Aufgrund der Abstandsregeln können an Gottesdiensten in der Andreaskirche nur 20 (bei Einzelbestuhlung) bis 26 Personen (bei Zusammensitzen von im Haushalt lebenden Personen) teilnehmen. Wir werden kürzere Gottesdienste auch in anderen Formen feiern. Wie genau das geschehen wird, wissen wir alle noch nicht. Ich denke, wir werden einfach manches ausprobieren und schauen, wie es uns damit ergeht. 

Doch auch schon vor Pfingstsonntag haben Sie die Möglichkeit, die Andreaskirche zu besuchen. Der Kirchenvorstand hat beschlossen,  die Kirche ab dem 10. Mai am Sonntagvormittag von 9.00  bis 12.00 Uhr zu öffnen. Sie können in die Andreaskirche kommen, ein stilles Gebet sprechen oder einfach nur da sein und zur Ruhe kommen. Wenn Sie mögen, können Sie auch eine Kerze anzünden. Die Eingangstür wird offen stehen, und mindestens zwei Personen von uns werden anwesend sein, um zu gewährleisten, dass die Abstandsregeln eingehalten werden. Die Stühle im Kirchraum stehen bereits in entsprechendem Abstand. Die Kirche kann durch den Ausgang in den Garten wieder verlassen werden. An folgenden Sonntagen 10.5., 17.5. und 24.5. und 21.5. (Himmelfahrt) gilt die Öffnungszeit. 

 

Wie geht es Ihnen mit den Vorgaben der Landeskirche und unseren Überlegungen dazu?

Schreiben Sie gern, was Sie umtreibt. Oder rufen Sie an. Da wir so wenig Kontakt haben im Moment, sind wir umso mehr darauf angewiesen, von Ihnen zu hören. Uns interessiert Ihre Meinung sehr! 

Das Foto zeigt eine Kirche in Gravedona am Comer See. Der Blick geht hinaus ins Freie.

Wo Gottes Geist ist, da ist Freiheit!

schreibt Paulus im 2. Korintherbrief. 

Wo wir geknechtet und klein gemacht werden, da ist bestimmt nicht Gottes Geist am Wirken. Gottes Geist führt immer in die Freiheit. Kein Virus kann das verhindern!  Lassen Sie uns das an Pfingsten feiern - unsere Freiheit im Glauben. Bis dahin behüte und segne Sie Gott!

 

Ihr Pastor Martin Steinke, Vakanzvertreter

8. Gruß aus der Andreasgemeinde 

 

Liebe Gemeindeglieder,
haben Sie sich schon an die Situation gewöhnt?
Kontaktverbot, Maskenpflicht, Abstand halten – immer wieder höre ich Stimmen, die mich davon überzeugen wollen, dass das alles nicht so schlimm ist. „Da gewöhnt man sich schnell daran“. Wirklich?

 

Gleich vorneweg: Ich finde die Bestimmungen richtig und wichtig, und die Umsetzung bereitet mir auch keine Probleme. Aber daran gewöhnen werde ich mich nie. Jedes Mal, wenn ich Menschen mit einer Gesichtsmaske treffe, werde ich daran erinnert, in welchen Zeiten wir leben. Zum einen natürlich daran, dass auf eine gewisse surreale Art „da draußen“ ein Virus „rumschwirrt“, das schwere Erkrankungen hervorrufen kann und für viele Menschen den Tod bedeutet. Aber an diesem Virus hängt ja noch so viel mehr. Ich werde daran erinnert, dass ich mich in der sehr beneidenswerten Situation befinde, weiterhin arbeiten und mein Gehalt beziehen zu können, während andere Mitmenschen Kurzarbeit machen müssen oder bereits ihren Job verloren haben. Ich denke an die Familien mit Kindern, die auf engstem Raum zusammenleben müssen und verzweifelt versuchen, etwas Abwechslung in den Alltag zu bekommen. Mir gehen die Menschen in den Altenheimen und Krankenhäusern nicht aus dem Kopf, die gerade in ihrer Situation auf Besuche angewiesen wären, damit ihr Leben erträglicher oder der Heilungsprozess beschleunigt wird. Ich fühle mit den Pflegern und Pflegerinnen in allen Einrichtungen, die bis ans Ende ihrer physischen und psychischen Kräfte gehen, um für die ihnen anvertrauten Menschen da sein zu können. Ich habe auch die Menschen vor Augen, die Angehörige zu Hause pflegen und jetzt Angst haben, dass dringend benötigter Urlaub nicht stattfinden kann, weil in allen Alten- und Pflegeheimen Aufnahmestopp ist. 

 

Nein, ich werde mich nicht daran gewöhnen. Zu groß ist meine Sehnsucht nach der Freiheit, die wir vor der Krise genossen haben.
Ich spüre, wie ich langsam ungeduldig werde. Wie lange noch?
 

Ich muss in diesen Tagen immer wieder an die Geschichte von Noah und seiner Familie und der Arche denken. Auch sie warten dringend darauf, dass sich ihre Situation endlich ändert. Auch sie haben es nicht selbst in der Hand, wann und wie es geschehen wird. Auch sie  müssen darauf vertrauen, das am Ende alles gut ist. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Mir geben solche Geschichten Mut. Mut zur Geduld und Mut zum Vertrauen darauf, dass der, der mich erschaffen hat, es gut mit mir meint.
Wann und was immer auch kommen mag. Am Ende steht der Regenbogen. Das alte Zeichen des Friedens zwischen Gott und Mensch.
Vielleicht wollen Sie auch ein wenig vom Regenbogen träumen?

Foto Udo Ferle

Das Bild zeigt unsere Kirchenpuppe Andrea auf der Treppe zum Keller. Über ihr hängt ein Mosaik aus Holztäfelchen. Dieses Mosaik entstand bei einem Gemeindefest anlässlich des 30. Geburtstages unserer Kirchengemeinde. Gemeindefest - Zusammenkommen, miteinander Gott loben und danken, miteinander feiern – das ist für mich ein Regenbogen, auf den es sich zu warten lohnt und von dem  man jetzt schon träumen darf.

 

Wenn für Sie das Warten zu lange dauert und Sie sich gerne die Zeit  mit einem Gespräch vertreiben wollen, rufen Sie einfach an.

 

Pastor Steinke und ich freuen uns über jedes Gespräch. 

 

Udo Ferle, Diakon

7. Gruß aus der Andreasgemeinde

 

Liebe Gemeindemitglieder,

 

unser Miteinander hat sich zunehmend verändert. An viele Veränderungen haben wir uns bereits gewöhnt. Wir halten Abstand, nicht weil wir uns nicht mögen, sondern aus Solidarität, zum Schutz des Nächsten. Jetzt kommt eine weitere Veränderung: Ab morgen gilt die Maskenpflicht in Osnabrück und ab Montag spätestens bundesweit. Beim Einkauf und in Bus und Bahn müssen wir einen Mund- und Nasenschutz tragen.

Ich kann das nachvollziehen und kritisiere es nicht. In der Klinik trage ich schon seit Wochen eine Maske.

Ja, ich halte mich in der Zeit der Krise strikt an die Vorgaben, weil ich hoffe, dass die Maskenpflicht ein Baustein auf dem Weg zurück in die Normalität ist, in die ich mich schon jetzt zurück sehne. Doch die Maske ist nicht nur Schutz. Ich nehme auch eine große Verunsicherung wahr,  weil es schwer ist, Vertrauen aufzubauen, wenn ich mein Gesicht verberge.

Ich kommuniziere ja nicht nur durch Worte, sondern auch durch Mimik und Mienenspiel. Das Gesicht ist wie ein Fenster zur Seele. Wie kann Offenheit gelingen, wenn ich mich äußerlich verschließe? Wie werden sich Gottesdienste durch das Tragen von Masken verändern, falls dies geboten sein sollte? Viele Fragen gehen mir durch den Kopf. Schade, dass wir uns momentan nicht direkt über all diese Fragen austauschen können, weil es mich sehr interessiert, wie es Ihnen mit all diesen Veränderungen geht. Wenn Sie mögen, schreiben Sie gerne Ihre Sicht. Ich freue mich von Ihnen zu hören. Vielleicht führt die momentane Krise sogar dazu, dass wir in Zukunft mehr aufeinander hören und uns noch achtsamer in den Blick nehmen. 

Foto M.Steinke

Wie geht es weiter mit Gottesdiensten und Veranstaltungen in der Andreasgemeinde?

Das war natürlich eine wichtige Frage, als wir uns am Montag in einer Telefonkonferenz im Kirchenvorstand „trafen". Konkrete Informationen von Seiten der Landeskirche wird es frühestens am 27. April geben. Klar ist schon jetzt, dass vor Sonntag, dem 10. Mai, keine Gottesdienste gefeiert werden können.

Die Kirchen in Niedersachsen beraten in dieser und in der kommenden Woche mit der Landesregierung über die Rahmenbedingungen für die Wiederaufnahme von Gottesdiensten.

Taufen, Trauungen und Trauerfeiern sollen dann unter den gleichen Bedingungen durchgeführt werden können. Sobald wir die Handlungsempfehlungen der Landeskirche bekommen, werden wir im Kirchenvorstand darüber sprechen, wie das konkret in der Andreasgemeinde umgesetzt werden kann und die Gemeinde darüber informieren. 

 

Ostern liegt nun fast zwei Wochen zurück.

Als ich dieser Tage zum unterschreiben von Dokumenten im Gemeindebüro war, habe ich auch in die Kirche geschaut. Ich bin vor dem Kreuz stehengeblieben und habe auf die Rose geschaut. Ein stilles Bild. Tröstend und stark! Liebe, die über den Tod hinausgeht. Jesus, der sein Kreuz trägt. Jesus, der mein Kreuz trägt. Er versteht mich, ohne dass ich große Worte mache. Er sieht mich, wenn ich hinter meiner Maske weine. Er ist da! Ganz nah bei mir. Er ist ja auferstanden. Und dann fang ich an zu lächeln hinter meiner Maske. Man sieht es in meinen Augen. Und ich freue mich, weil da einer ist, der mitträgt, der mich kennt und behütet.

 

Und bis wir uns wiedersehen …

                            halte Gott dich fest in seiner Hand! 

 

Herzlich grüßen wir Sie vom Kirchenvorstand und wünschen Ihnen Gottes Segen und Bewahrung


Ihr Pastor Martin Steinke, Vakanzvertreter     

 

6. Gruß aus der Andreasgemeinde

 

Liebe Gemeindemitglieder in Andreas,

 

Wie haben Sie Ostern in diesem Jahr gefeiert? War überhaupt etwas von Ostern, von der Kraft der Auferstehung zu spüren in diesen außergewöhnlichen Zeiten?

Ich habe Ostern in diesem Jahr sehr intensiv erlebt: Das Glockenläuten am Abend des Karsamstag, am Sonntag Gottesdienst im Fernsehen und im Internet, „Christ ist erstanden“ mit Posaune und Saxofon vom Balkon, Ostereiersuchen im Garten, Osterspaziergang… Deutlicher als in manchen anderen Jahren ist mir die starke Bedeutung der christlichen Botschaft bewusst geworden: Gott ist ein Gott des Lebens. So sehr mir Unsicherheit, Sorgen und Krankheit zusetzen, umso dankbarer bin ich für Gottes Zusage, mich nicht allein zu lassen. 

Und doch hat gerade an Ostern trotz der vielen neuen Angebote und geistlichen Impulse das gemeinsame Feiern gefehlt. Christen brauchen die Gemeinschaft! Allein geht man ein, zumindest auf Dauer.

 

Darum hätte ich Ihnen heute so gerne geschrieben: Nun geht das Gemeindeleben (langsam) wieder los. Doch nach den Beratungen von Bund und Ländern scheint es, was die Gottesdienste und kirchlichen Veranstaltungen anbetrifft, erst einmal bis zum 4. Mai alles zu bleiben wie bisher. Ich bin gespannt, ob die Gespräche zwischen den Kirchen und der Regierung, die heute stattfinden, doch noch Lockerungen ergeben. Im Kirchenvorstand treffen wir uns am Montag zu einer Videokonferenz und werden darüber beraten, was das für die Andreasgemeinde bedeuten kann. Über evtl. Änderungen werden wir Sie umgehend informieren. 

Natürlich leuchtet mir ein, dass wir weiter vorsichtig sein müssen und Menschen, die zur Risikogruppe gehören, besonders geschützt werden müssen.

Hygiene- und Abstandsregeln werden uns sicher noch ein lange Zeit beschäftigen. Alles, was wir in der Gemeinde tun und anbieten werden, kann immer nur im Rahmen der nötigen Sicherheitsvorkehrungen geschehen. 

 

In meiner Arbeit in der Klinik erlebe ich, was es in dieser Zeit bedeutet, krank zu sein und keinen Besuch von den Angehörigen bekommen zu können. Darum beschäftigt mich auch besonders die Situation in den Alten- und Pflegeheimen. Vielleicht haben Sie es heute in der Neuen Osnabrücker Zeitung auch gelesen: Viele Menschen mussten die Ostertage allein auf ihren Zimmern verbringen und können nicht einmal mehr mit anderen Bewohnern ihre Mahlzeiten einnehmen. Haben Sie Kontakt zu Menschen aus unserer Gemeinde in den Heimen? Können wir von der Gemeinde noch etwas tun? Bitte geben Sie mir Bescheid, wenn ich jemanden anrufen kann, von dem ich noch nicht weiß. 

 

Uns allen wird gerade sehr viel an Geduld abverlangt. Das wird in Ihrem Alltag nicht anders sein. Ich wünsche Ihnen viel Kraft für das, was für Sie ansteht. 

Wir vom Kirchenvorstand hoffen sehr, dass es Ihnen gut geht. Wenn Sie mögen, schreiben Sie doch kurz oder rufen an. So bleiben wir in Kontakt und wissen, wie es Ihnen geht!

In der Losung (Psalm 71, 3) von heute steht:

Foto M. Steinke

Sei mir ein sicheres Zuhause, wohin ich jederzeit kommen kann!

Du hast doch zugesagt, mir zu helfen.

Mein guter Vater im Himmel, deine Türen sind immer offen. 

Du bist mein Zufluchtsort, gerade wenn es mir nicht gut geht. 

Deine Arme trösten mich und schenken mir Geborgenheit. 

Bei dir fühle ich mich sicher.

Danke, dass ich bei dir zu Hause sein darf.

Amen.

5. OSTERGRUSS aus der Andreasgemeinde

Liebe Gemeindemitglieder in Andreas,

 

heute ist Karsamstag, der „Stille Samstag". Es ist noch nicht Ostern. Jesus ist tot. Er liegt im Grab. Seine Freunde und Freundinnen, die ihm nachgefolgt sind, haben sich enttäuscht zurück gezogen. Alle ihre Hoffnungen sind zerplatzt. Es ist, als würde das Leben Pause machen. Es ist Zwischenzeit. 

Foto M. Steinke

Die ganzen letzten Wochen erscheinen mir wie eine Zwischenzeit, wie ein langer Karsamtag. Sehnsüchtig warte ich darauf, dass das Leben wieder durchstarten kann. Dass wir uns am Ende des Spaziergangs mit der Familie z.B. in die Eisdiele setzen und ein leckeres Eis essen können. Es ist erstaunlich, wieviele kleine Dinge es sind, die ich vermisse. Auf vieles kann ich gut verzichten, auf anderes nicht. Am meisten fehlen mir die Begegnungen, die gemeinsamen Gottesdienste, der Austausch und das in die Augen schauen beim Gespräch. 

Für die höchsten Feiertage, die wir als Christen kennen, für Karfreitag und Ostern, haben wir in der Andreasgemeinde einen Weg gesucht, wie wir trotz des Kontaktverbotes zusammen Gottesdienst feiern können. Seit gestern kann der Karfreitagsgottesdienst abgerufen werden, und wir haben bereits Rückmeldungen von Gemeindegliedern bekommen , die sich darüber gefreut haben.

 

Nicht mehr lange bis Ostern! Wir alle vom Kirchenvorstand rufen Ihnen den Ostergruß der frühen Christen zu: 

 

DER HERR IST AUFERSTANDEN,

ER IST WAHRHAFTIG AUFERSTANDEN!

 

Mit allen Christen auf allen Kontinenten feiern wir Ostern. Uns verbindet die Gewissheit, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Trotz aller Schrecken, trotz aller Steine, die auf unseren Seelen liegen, haben wir eine Hoffnung, die größer ist als Angst und Verzweiflung. Der Stein vom Grab ist weggerollt. Leben bricht sich Bahn. 

 

FROHE OSTERN!

Den Brief zur Karwoche und zu Ostern können Sie auch hier auf unserer Homepage lesen.

Schauen Sie hinein. Feiern So sind wir in der Andacht und im Gebet verbunden! 

Ostergruß von Landesbischof Meister
Ostergruß 2020 Landesbischof.pdf
PDF-Dokument [53.6 KB]

4. Gruß aus der Andreasgemeinde

Liebe Gemeindemitglieder in Andreas,liebe Freundinnen und Freunde der Andreasgemeinde, 

mein vierter Gruß kommt diesmal am Mittwoch. Am Sonntag war Palmsonntag, und wir sind nun mitten in der Karwoche. Die Sonne scheint, und der Frühling kommt mit Macht. Doch es fällt mir schwer, all das Schöne richtig zu genießen. Es ist, als läge ein Schleier über allem. 

Die Passion, Jesu Leiden und Sterben kommen mir in diesem Jahr näher als in den Jahren zuvor. Inzwischen ist die Corona-Pandemie längst nicht mehr eine Gefahr, die wir von sicherem Ort aus in weiter Ferne in China oder Italien beobachten. Ich kenne einige Menschen persönlich, die erkrankt sind und bekomme mit, was das für sie und ihr Umfeld bedeutet. 

Foto Privat

Wie gerne würde ich jetzt mehr tun! Zunehmend fällt es mir schwerer, so ausgebremst zu sein. Vielleicht ist es aber gerade das, was ich lernen muss: In dieser stillen Zeit, in der Passionszeit, innerlich zur Ruhe zu kommen. Keine großen Worte und Taten zu machen, sondern innezuhalten und auszuhalten. Die Menschen, um die ich mich sorge, kann ich in diesen Tagen noch mehr ins Gebet hineinnehmen. Ich kann schauen, was mir gut tut und wo ich auftanken kann. Welche Bibeltexte bedeuten mir etwas? Vielleicht ist es der Konfirmationsspruch oder die Losung oder ein Psalm. Und dann, wo möglich, rausgehen, die Sonne genießen. Das dürfen wir nicht nur, das sollten wir tun! Gottes Sonne und Gottes Schöpfung ist es doch! Gott gebe Ihnen und Euch viel Kraft in diesen Tagen.

3. Gruß aus der Andreasgemeinde

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Freundinnen und Freunde der Andreasgemeinde,

was ist heute eigentlich für ein Tag? Oft muss ich erstmal nachdenken. Mein Zeitgefühl passt nicht mehr. Sonst geht mir das im Urlaub so. Aber diese Zeit ist kein Urlaub, wahrlich nicht. Wer Urlaub gebucht hatte, musste ihn stornieren. Der Urlaub findet jetzt zu Hause statt. Und wer keinen Urlaub hat, muss weiter arbeiten. Doch ganz anders meistens. Alles ist jetzt anders! Auch für die, die nicht arbeiten. 

Wie geht es Ihnen zu Hause? Im Homeoffice, bei Telefon- und Videokonferenzen. Mit  der Betreuung der Kinder, die ganz schön anstrengend sein können. Vielleicht sind Sie auch ganz allein. Niemand kommt mehr einfach so auf einen Kaffee vorbei. Mit manchen von Ihnen habe ich telefoniert in der letzten Woche. Auch mit Gemeindegliedern aus der Andreasgemeinde, die im St. Josefshaus in Wallenhorst leben, habe ich telefoniert. Sie dürfen nun nicht einmal mehr das Zimmer verlassen und haben sich sehr gefreut über den telefonischen Kontakt. Den Bewohnerinnen und Bewohnern in St. Josef, aber auch in allen anderen Altenheimen und allen Mitarbeitenden dort gilt in diesen Tagen unsere Fürbitte ganz besonders! Mögen sie alle gestärkt und getröstet werden. 

In meiner Arbeit in der Schüchtermann-Klinik, der ich jetzt nur noch eingeschränkt und mit großer Vorsicht nachkommen kann, erlebe ich, wie wichtig neben der medizinischen und leiblichen Versorgung die Seel-Sorge ist. Der Glaube hilft mir, weil ich fest darauf vertraue, dass ich nicht allein bin. Das tut mir gut, und ich habe den Eindruck, das hilft auch den Patientinnen und Patienten. Viele Menschen fragen in dieser Zeit mehr als sonst danach, was wirklich wichtig ist im Leben. 

Foto M. Steinke

Was gibt es Neues aus der Andreasgemeinde? Immer noch gibt es keine Veranstaltungen und keine Gottesdienste. Das empfinde ich jetzt, wo wir in die Karwoche hineingehen, besonders schmerzlich. Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern liegen mir am Herzen. Das merke ich in diesem Jahr noch stärker als sonst. 

Aber Karfreitag und Ostern fallen ja nicht aus! Wir können es feiern - alleine und doch verbunden. 

Damit die Menschen aus unserer Gemeinde, die kein Internet haben, auch mitfeiern können, habe ich einen Brief geschrieben, der in der nächsten Woche von unseren Jugendlichen an alle Gemeindeglieder ab 70 Jahren verteilt wird. Vielen Dank euch Jugendlichen!

2. Gruß aus der Andreasgemeinde

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Freundinnen und Freunde der Andreasgemeinde,
was für ein schöner Tag! Ich wache auf, ich schaue aus dem Fenster - und die Sonne lacht. So ist es schon seit Tagen. Wie gut das tut, die Sonne im Gesicht und die frische Luft in der Nase zu spüren. Doch in diesen Tagen ist alles anders als in den Frühlingstagen all die Jahre zuvor. So hell und friedlich die Welt auch wirkt, wenn ich aus dem Fenster schaue, so unruhig ist es oft in mir. Ich denke viel mehr an die Menschen, denen ich verbunden bin. Und an die, denen es nicht gut geht. Ich mache mir Gedanken über die Welt, die Kirche und über unsere Gemeinde. Am liebsten würde ich jetzt ganz viel machen, doch ich weiß, dass Aktionismus jetzt nicht wirklich produktiv ist.

Dies ist erst der zweite Gruß aus der Andreasgemeinde, doch mir kommt es vor, als hätte uns die Corona-Krise schon viel länger im Griff. Inzwischen hat sich manches beruhigt, und es scheint mir fast eine gewisse Routine im „Leben auf Distanz“  eingekehrt zu sein. Wir wissen nicht, wie sich alles weiterentwickelt und wie lange wir noch mit Einschränkungen leben müssen. Mir ist in diesen Tagen sehr, sehr deutlich geworden, dass nicht wir es sind, die alles in der Hand haben. Aber ich vertraue darauf, dass Gott uns in seiner Hand hält. All unser Tun und Lassen kann darum am besten im Vertrauen auf ihn geschehen. 

Foto M. Steinke

BETEN FÄLLT NICHT AUS!

 

Als ich am Montag in der Andreaskirche war und mich nach einem Fotomotiv umschaute, sind mir diese Worte auf dem Kirchenfenster ins Auge gefallen: „sondern vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen.“ Wie passend, habe ich gedacht. Das denke ich übrigens zur Zeit ziemlich häufig: Wie passend! Wenn ich die Losungen lese zum Beispiel. Dann denke ich manchmal: Das hat sich doch jemand extra für heute ausgedacht. Natürlich weiß ich, dass das nicht stimmt. Ich glaube, ich höre und sehe einfach ganz anders im Moment. Viel intensiver, viel aufmerksamer!  Ich spüre ganz oft, dass Gott da ist. Manchmal spüre ich das einfach so zwischendurch. In den kleinen Dingen, in den Blüten und Knospen der Schneeglöckchen, Magnolien oder Kirschblüten. Wenn die Sonne mein Gesicht berührt. Wenn ich den Frühling rieche. Wenn die tiefdunklen Augen der kleinen Mariam mir verschmitzt zublinzeln. Was für ein Segen!

 

Und dann wieder bin ich einfach nur müde und erschöpft. Ich denke an die Menschen in meiner Klinik, die im Bett liegen müssen, und die nicht einmal mehr Besuch empfangen dürfen. Ich erlebe dramatische Szenen, wenn Ehepartner und Kinder draußen am Fenster vor den Zimmern der Angehörigen in der Klinik stehen, nur um sich wenigstens aus der Entfernung zu sehen! Da kann man nur noch weinen und seufzen. Manchmal weiß ich nicht mehr, was ich beten soll! 

 

Paulus schreibt im Römerbrief (Röm 8,26): „Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt, sondern der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichem Seufzen.“ Wahnsinn! Wie entlastend! Gottes Geist tritt für mich ein! Manchmal kann ich einfach nicht mehr. Aber zu Gott kommen kann ich. Mich fallen lassen. Ich kann beten, so wie ich es gerade vermag. Ich kann laut schreien. Ich kann singen. Ich kann seufzen. Ich kann flüstern. Oder einfach schweigen vor Gott. Er ist da. Und er weiß, dass ich da bin!

Nicht alles ist abgesagt …  

Sonne ist nicht abgesagt
Frühling ist nicht abgesagt
Liebe ist nicht abgesagt
Lesen ist nicht abgesagt
Zuwendung ist nicht abgesagt

Musik ist nicht abgesagt
Phantasie ist nicht abgesagt
Freundlichkeit ist nicht abgesagt
Gespräche sind nicht abgesagt
Hoffnung ist nicht abgesagt
Beten ist nicht abgesagt …

 

1. Gruß aus der Andreasgemeinde

Foto M.Steinke

Liebe Gemeindemitglieder und liebe Freundinnen und Freunde der Andreasgemeinde,
in einer Telefonkonferenz hat der Kirchenvorstand überlegt, wie wir in diesen außergewöhnlichen und belastenden Zeiten miteinander in Kontakt bleiben können. Von vielen haben wir gehört, dass sie traurig darüber sind, sich nun nicht mehr in der Andreaskirche treffen zu können. Die Gottesdienste und die vielen Begegnungen fehlen! Einmal wöchentlich möchten wir hier auf unserer Homepage einen Gruß aus der Andreasgemeinde veröffentlichen. Darin werden neben dem, was es an Neuem gibt, vor allem geistliche Gedanken stehen, die uns miteinander verbinden, uns ermutigen und Kraft geben. Gerade in der Zeit der Krise spüre ich, wie viel mir mein Glaube bedeutet. Gott ist da! Darauf vertraue ich. Er lässt uns nicht allein. Auch nicht in dieser Krise! Darum ist es gut, dass wir in Gedanken und im Gebet verbunden sind. Und dass wir schauen, wo Menschen darüber hinaus unsere Hilfe brauchen.

 

Unseren Gruß aus der Andreasgemeinde verschicken wir auch per Mail. Wenn Sie jede Woche Post von uns bekommen möchten, schicken Sie mir einfach eine Mail (pastor@andreas-wallenhorst.de), dann nehme ich Sie in den Verteiler auf.

 

Herzlich grüßen wir Sie vom Kirchenvorstand

                                und wünschen Ihnen Gottes Segen und Bewahrung


Ihr Martin Steinke, Pastor in der Vakanzzeit

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
Ev.-luth. Andreas Kirchengemeinde
49134 Wallenhorst, Uhlandstraße 61
Telefon (0) 5407 822 100