Ev.- luth. Andreasgemeinde Wallenhorst
 Ev.- luth. Andreasgemeinde Wallenhorst

Besinnung

 

ISeid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Diese Worte des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom (12,12) umreißen recht gut die vielfältigen Erfahrungen, liebe Leserin und lieber Leser, die wir
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auf unserer Jugendbegegnungsreise nach Südafrika gemacht haben. Wir, das waren zehn je etwa 20 Jahre alte „Jugendliche“ aus unserer Kirchengemeinde, Diakon Udo Ferle, Johannes Andrews vom Partnerschaftssausschuss des Kirchenkreises (und ehemaliges Mitglied im Kirchenvorstand) sowie Janna ten Thoren und ich als Leitungsgruppe. Gemeinsam haben wir uns aufgemacht in unseren Partnerkirchenkreis Umfolozi im Nordosten Südafrikas. Und wir haben uns dort von viel Fröhlichkeit und Lebenslust anstecken lassen. Die Menschen singen in den Gottesdiensten aus so vollem Herzen, dass es einen schier mitreißt. Und einer der Jugendlichen dort sang einfach fantastisch gut. Die Menschen (Kinder, Jugendliche und Erwachsene) haben einen Spaß am Tanzen, dass wir irgendwann nicht anders konnten, als mitzumachen. Die Erfahrung zeigte: Tanzen macht fröhlich und frei. Mit Hingabe haben die Menschen uns beherbergt und so versorgt, dass sich – oft genug dreimal am Tag – die Tische nur so bogen. Trotz aller Armut und Sorgen, die die Menschen auch umschreiben, war da unglaublich viel Lachen.
Geduld mussten wir so manches Mal aufbringen. Denn außer für Unterbringung und Essen war die Organisation öfter auf Improvisation ausgelegt. 

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Da hieß es dann oftmals warten. Warten und die Zeit nicht als Trübsal zu begreifen, sondern für Gespräche untereinander oder mit einzelnen Gastgebern, zum Fußballspielen mit Kindern in der Nähe oder für den Kontakt via Handy nach Hause zu nutzen. Aufpassen, nicht trübselig zu werden, hieß es auch in Bezug auf die Umweltverschmutzung. Außerhalb der Touristenzentren lag viel Plastikmüll einfach in der Gegend verstreut. Dazwischen grasten die Kühe am Straßenrand. Auch die Apartheid wird, auch wenn sie schon lange nicht mehr Gesetz ist, weiter gelebt. Das Leben von Weißen und Schwarzen vollzieht sich oft genug in Parallelwelten. Auch innerhalb der lutherischen Kirche gibt es da wenig Kontakt. AIDS ist weiter ein Tabuthema, von dem aber praktisch jede Familie betroffen ist. Und Armut und Kriminalität bewirken, dass jedes Haus einem selbst gewählten Gefängnis gleicht: mit hohen Mauern um jedes Grundstück und NATO-Stacheldraht oben drauf. Und wie schön ist es, wenn es fließend Wasser für die Dusche und die Toilette gibt!
Und auch die Beharrlichkeit und die Intensität im Gebet zogen uns in ihren Bann. Keine Mahlzeit begann ohne ein oder mehrere Tischgebete. Auch in den Restaurants haben wir unser „Thank you Lord for giving us food“ gesungen. Im Geiste Jesu konnten wir uns auf Augenhöhe begegnen und verstehen – trotz aller Unterschiede. Christ-Sein vereint weltweit. Unser Christ-Sein half auch den Blick nach vorne zurichten. Freiwillige Frauen kochen für ca. 70 AIDS-Waisen immerhin eine Mahlzeit am Tag – gegen den Willen ihrer Männer, weil sie dadurch nichts zum Familienunterhalt beitragen. Gebetet haben wir für die Kranken und möglicherweise damit zu einer Art Wunderheilung von Tuberkulose beigetragen. Tanzend wurde die Kollekte zusammengetragen. Schließlich haben wir viele, viele Hände geschüttelt - oft mit dem Segenswunsch verbunden: „God bless you!“ Wir werden in der Liebe Gottes verbunden bleiben – fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Herzlichst Ihr Pastor Friedemann Keller

 

Dankbarkeit

 

Sind Sie dankbar, zumindest hin und wieder? Haben Sie Ihrem Gegenüber schon einmal gesagt: „Ich bin dir dankbar“ oder „Dafür danke ich dir“? Wenn Sie ein Glücksgefühl empfinden, sind Sie dann dankbar, dass Sie so empfinden, empfinden können?

 

Jemand hat einmal gesagt: „Ein Atheist ist ein Mensch, der niemanden hat, dem er „Danke“ sagen kann.“ Da ist viel Wahres dran: Wenn ich an Gott glaube, dann habe ich eine Adresse, an die ich mich wenden kann mit meinem Dank. Mit meinem Dank, wenn ich z. B. vor etwas Schlimmem bewahrt worden bin. Wenn ich nicht an ihn glaube, dann bleibt als Reaktion oft nur ein „Schwein gehabt“.

 

Danken hängt mit Denken zusammen. Danken und denken, zwei Wörter, die in unserer deutschen Sprache sehr eng verwandt sind. Sie klingen nicht nur ganz ähnlich, sondern entstammen auch derselben Wortfamilie. Danken und denken. Dankbarkeit und Gedanken. Gedenken und Gedächtnis – alles Worte, die zusammengehören. Dankbarkeit ist also eine Folge des Denkens. So könnte man auch das Wort aus Psalm 9 verstehen: "Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen und erzähle alle deine Wunder!".

 

Das Danken hat seinen Ausgangspunkt in meinem Nachdenken über meine Welt, über mein Leben, meine Lebenssituation. Ich trete – bewusst oder unbewusst – einen Schritt zurück und betrachte meine Welt. Wenn dann da Dinge sind, die mich freuen, die mich zufrieden oder gar glücklich machen, dann empfinde ich ein Gefühl der Dankbarkeit, und das kann ich dann aussprechen in Worten zu Gott – im Gebet, aber auch in Liedern, im Gesang! Der Ausgangspunkt ist aber immer das Nachdenken über mein Leben. Denn Danken kommt aus dem Denken.

 

Dankbarkeit ist einer der vielen Schlüssel zum Glück. Ich wünsche Ihnen, dass Sie im Rückblick auf das ablaufende Jahr Dankbarkeit empfinden können.

 

Ihre Angelika Bayer

 

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