Pastor Keller verlässt die Andreasgemeinde

Nachricht 02. Oktober 2019

Uneinigkeit im Kirchenvorstand / Nachfolgerfrage noch offen

Pastor Friedemann Keller

Wallenhorst „Wenn der Kirchenvorstand und ich uns nicht auf ein gemeinsames Leitungsbild für unsere Gemeinde einigen können, dann ist es an mir zu gehen“, sagt Pastor Friedemann Keller.

Zum 1. Oktober wird er die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Wallenhorst verlassen. Einen Nachfolger gibt es nach dem überraschenden Aus noch nicht.

Keller ist mit seinem Dienstantritt im April 2016 Pastor auf Lebenszeit geworden. Das seine Tätigkeit in der Wallenhorster Kirchengemeinde jedoch nach nur dreieinhalb Jahren zu Ende geht, damit hat der gebürtige Frankfurter sicher damals nicht gerechnet. Er wechselt jetzt auf eine übergemeindliche Stelle im Kirchenkreis Osnabrück und wird als Springer in verschiedenen Kirchengemeinden auftretende Lücken füllen.

„Die Entscheidung zu gehen ist mir nicht leichtgefallen“, erklärt er auf Anfrage unserer Redaktion. Über Monate habe er gemeinsam mit den Kirchenvorstandsmitgliedern versucht, ein gemeinsames Leitungsbild zu finden. Als dann deutlich war, dass es diesen gemeinsamen Weg nicht geben werde, sei für ihn klar gewesen: „Dann muss ich gehen.“

Das Leitungsbild einer Kirchengemeinde legt fest, welche Rolle der Kirchenvorstand und welche der Pastor innerhalb der Gemeinde trägt und wer welche Aufgaben übernimmt. „Nichtsdestotrotz habe ich mich in Wallenhorst wohlgefühlt und bin mit meiner Familie herzlich aufgenommen worden“, betont Keller.

In einem Gemeindebrief, den Keller Ende vergangener Woche auf der Homepage der Kirchengemeinde veröffentlichte, teilt er seinen Abschied mit und ist darin voll des Lobes für viele seiner Mitarbeiter. Aber auch Kollegen, Ehrenamtliche und Jugendlichen seien ihm sehr ans Herz gewachsen. Gleichzeitig bat er um Vergebung für Dinge, die ihm nicht gelungen seien oder die er versäumt habe. Er wird am 27. Oktober um 18 Uhr mit einem Gottesdienst aus der Kirche verabschiedet.

Derzeit sucht er für sich und seine Familie ein neues Zuhause in Osnabrück. Bis er fündig ist, bleibe er mit Frau und Tochter weiter im Pfarrhaus wohnen. Für die Übergangszeit wird Pastor Martin Steinke die Dinge, die der Kirchenvorstand nicht alleine bewältigen kann, übernehmen oder begleiten.

Auch die Mitglieder des Kirchenvorstands bedauern die Situation. „Wir haben über den Zeitraum von einem Dreivierteljahr nach den Neuwahlen des Kirchenvorstands gemeinsam intensive Gespräche geführt, um ein Leitungsbild zu finden, mit dem sich alle Beteiligten identifizieren und es für sich persönlich abbilden können“, sagt Katharina Kuhlmann vom Kirchenvorstand. Jeder sei in dieser Zeit mit den Überlegungen an seine Grenzen gegangen. „Als uns klar wurde, wir kriegen das hier nicht ohne Hilfe hin, haben wir die Landeskirche dazugeholt.“ Zwei Coaches blickten von außen bei mehreren Gesprächen auf die Gruppe. Man habe sich durch diese Beratung erhofft, eine Einigung für die haupt- und ehrenamtliche Zusammenarbeit in der Gemeinde zu finden. „Leider ohne Erfolg“, so Kuhlmann. Daher sei die Trennung nun der konsequente Schritt.